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A

Asche (vulkanisch): Der Begriff Vulkanische Asche bezeichnet in der Vulkanologie sehr kleine Pyroklasten beliebiger Form (< 2 mm), die bei einem explosiven Ausbruch eines Vulkans entstehen.

Ascheregen: Ascheregen entsteht bei einem explosiven Ausbruchs eines Vulkans. Vulkanische Asche besteht aus sehr kleinen vulkanischen Gesteinsbrocken (< 2mm). Der allgemeine Begriff der Asche (z.B. beim Verbrennen von Papier) hat nichts mit der vulkanischen Asche gemeinsam, da diese kein Verbrennungsrückstand organischen Materials ist.

Asthenosphäre: Die Asthenosphäre beginnt innerhalb des äußeren Erdmantels 60–210 km unterhalb der Erdoberfläche und erstreckt sich bis in eine Tiefe von 300–410 km. Sie zeichnet sich durch eine zu ihrer Umgebung verringerte Viskosität (Zähflüssigkeit) aus. Während sie durch geologische Prozesse plastisch verformbar ist, sind die Schichten über und unter ihr hart und spröde. Auf der Asthenosphäre schwimmen die starren Lithosphärenplatten. Vulkane werden zum größten Teil aus der Asthenosphäre gespeist.

Ausbruch / Eruption: Der Vulkanausbruch ist die bekannteste Form des Vulkanismus. Dabei entleert sich auf mehr oder weniger zerstörerische Weise die Magmakammer des Vulkans. Der Grund dieses Phänomens liegt in einer Tiefe um 100 km, wo Temperaturen von 1000–1300 °C herrschen. Das schmelzende Gestein dehnt sich aus, Magmakammern entstehen. Die entstehenden Gase erhöhen mit der Zeit den Druck innerhalb der flüssigen Masse; das Magma steigt auf. Überschreitet der Druck einen kritischen Punkt, bricht ein Vulkan aus.
Die plinianischen Eruptionen als Teil des vulkanischen Geschehens sind außerordentlich explosive Ausbrüche, die mit gewaltigen Aschenfällen verbunden sind.

B

Bombe (vulkanisch): Eine vulkanische Bombe (früher: Auswürfling) ist ein bei einem Vulkanausbruch ballistisch herausgeschleuderter Pyroklast, mit einem Durchmesser von mehr als 64 mm. Er besitzt gerundete Formen; die äußere Form und Oberfläche weisen Anzeichen auf, dass der Pyroklast während Entstehung und Transport geschmolzen war. In der älteren Literatur gilt jeder auf einer ballistischen Bahn herausgeschleuderte Pyroklast als Bombe. In der neueren Literatur werden dagegen eckige Pyroklasten dieser Größenklasse als vulkanische Blöcke bezeichnet. Pyroklastische Gesteine, die zu mehr als 75% als vulkanischen Bomben bestehen, werden Vulkanische Agglomerate genannt.

C

Caldera: Calderen entstehen durch den Kollaps eines Vulkangebäudes oder durch die Entleerung der Magmakammer unterhalb des Vulkans. In diesem Fall sinkt der Vulkan in sich zusammen. Calderen werden in der Regel bis zu 20 km groß.

D

Divergente Plattengrenzen: Das Auseinanderdriften zweier Platten nennt man Divergenz. Hier wird neue Kruste konstruiert bzw. aufgebaut.

E

Erdbeben: Erdbeben sind Erschütterung der Erdoberfläche infolge von plötzlichem Spannungsabbau der Erdkruste. Häufig treten sie entlang der Plattengrenzen auf. Die Wissenschaft, die sich mit Erdbeben beschäftigt heißt Seismologie.

Erdkruste: Die Erdkruste ist die äußere, feste Schicht der Erde. Ihre relative Mächtigkeit ist mit der Schale eines Apfels vergleichbar. Unter ihr liegen der feste bis zähplastische Erdmantel und 2900 km tiefer der großteils flüssige Erdkern.

Erdmantel: Als Erdmantel wird die mächtigste, mittlere Schale im inneren Aufbau der Erde bezeichnet. Sie liegt direkt unter der Erdkruste und ist durchschnittlich 2.850 km dick. Der Erdmantel ist ebenso wie die Erdkruste fest, unterscheidet sich aber in seinen mechanischen Eigenschaften und seiner chemischen Zusammensetzung erheblich von dieser.

F

Fumarole: Fumarolen sind vulkanische Exhalationen, das heißt Dampfaustrittsstellen, im Bereich von vulkanisch aktiven Gebieten, aus denen Wasserdampf und zum Teil vulkanische Gase austreten.

G

Geysir: Ein Geysir (auch Geiser) ist eine heiße Quelle, die ihr Wasser in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als Fontäne (Eruptionssäule) ausstößt. Einen solchen Ausbruch bezeichnet man als Eruption.

H

I

Inselbogen: Ein Inselbogen ist eine spezielle geografische Erscheinungsform von Inseln bzw. Inselketten. Er entsteht durch Plattentektonik, wenn eine ozeanische Platte unter eine andere ozeanische Platte abtaucht (Subduktion). Der bogenartige Verlauf der Inseln und Inselketten entsteht durch die Geometrie der Erdoberfläche in der Zone, in der eine Lithosphärenplatte abknickt und in einem bestimmten Winkel unter eine andere Platte geschoben wird.

J

K

Konservative Plattengrenzen: Einige Platten gleiten an Transformstörungen aneinander vorbei. Da diese Gleitbewegungen nicht kontinuierlich, sondern ruckartig verlaufen bilden sie günstige Voraussetzungen für Erdbeben. Es entstehen Reibungswiderstände.

Konvergierende Plattengrenzen: Die gegeneinander gerichtete Bewegung zweier Platten wird Konvergenz genannt. Dabei findet entweder eine Überschiebung statt, bei der entlang einer Subduktionszone die dichtere unter die weniger dichte Platte geschoben wird (Subduktion), oder eine Kollision, bei der eine oder beide Platten in den Randbereichen gefaltet werden.

Krater: Der Krater ist eine trichterförmige Vertiefung im Vulkangebäude, wo die sich die eigentliche Eruption vollzieht. Die meisten Krater haben einen Durchmesser von zehn bis hundert Metern.

L

Lahar: Der ursprünglich indonesische Begriff Lahar bezeichnet Schlamm- und Schuttströme, die von einem Vulkan ausgehen. Dabei mischen sich eruptives Material, zum Teil metergroße Blöcke, mit Lockersedimenten und Wasser. Je nach Geländeneigung können Lahare durch die Schwerkraft eine Geschwindigkeit bis zu 100 km/h erreichen, über 100 km weit fließen und große Gebiete überschwemmen. Sie können durch einen Vulkanausbruch ausgelöst werden, aber auch völlig unabhängig davon entstehen. Lahare können bedingt durch ihre Entstehung unter Umständen Temperaturen in den höheren Zehnergraden haben.

Lava: Lava ist das an die Erdoberfläche getretene Magma. In Abhängigkeit der Viskosität kann Lava in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten.

Lavadom: Ein Lavadom, auch Staukuppe oder Vulkandom genannt, ist eine hügelförmige oder säulenförmige (Lavanadel) Erhebung, die durch die Eruption von sehr zähflüssiger Lava mit hohem Siliciumdioxidanteil aus einem Vulkan entsteht. Durch rasche Abkühlung und sehr geringe Fließweiten entsteht so unmittelbar über der Austrittsstelle ein pfropfenförmiger Lavadom, welcher den Vulkanschlot nach oben verschließt.

Lithosphäre: Die Lithosphäre umfasst die Erdkruste und die Platten der Ozeane oder Kontinente. Das Gestein der Lithosphäre weist ein annähernd elastisches Verhalten auf.

M

Magma: Magma ist die Masse der Gesteinsschmelze, welche sich im Erdinnereren unter Veränderung der chemischen Zusammensetzung und des Drucks vollzieht. Es hat einen hohen Anteil an gelösten Gasen, die beim Austritt an die Erdoberfläche entweichen. Das Magma kann Temperaturen von 700 °C bis 1250 °C erreichen.

Magmakammer: Als Magmakammer (auch Magmaherd) werden in den Geowissenschaften flüssige Bereiche in der unteren Erdkruste und im oberen Erdmantel bezeichnet, in denen das Magma heißer als in der Umgebung ist. Diese entstehen, wenn in tiefer gelegenen Schichten gebildetes Magma, welches leichter als das Grundgestein ist, in Form von Magmablasen oder entlang von Schwächezonen aufsteigt und dort seinen Aufstieg unterbricht.

Mantel-Plume (Manteldiapir): Der Mantel-Plume ist ein geowissenschaftlicher Fachbegriff, der einen Aufstrom heißen Gesteinsmaterials aus dem tieferen Erdmantel bezeichnet. Mantelplumes weisen in der Tiefe eine schlanke, schlauchartige Form auf und verbreitern sich bei Erreichen der starren Lithosphäre helmbuschartig bzw. pilzförmig.

MORB (engl.: mid ocean ridge basalt): Entlang den weltumspannenden mittelozeanischen Rücken steigt die Lava empor und erzeugt durch die erkaltende Gesteinsschmelze neuen Ozeanboden zwischen auseinanderweichenden tektonischen Platten. Es gibt aber auch andere Entstehungsräume für marinen Basalt.

N

O

OIB (engl.: ocean island basalt): Der OIB (oder Ozeaninselbasalt) ist ein Basalt, der an Inselvulkanen ozeanischer Lithosphärenplatten entstanden ist. Die OIB gehören den Intraplattenbasalten an, somit treten sowohl Alkalibasalte als auch Tholeiite auf. Die vulkanische Aktivität, welche OIB produziert, wird im Zusammenhang mit Plumes (Mantel-Plume) oder Hotspots gesehen, die Magmenquelle liegt zumindest teilweise im primitiven Erdmantel.

P

Pazifischer Feuerring: Unter dem Pazifischen Feuerring (auch Feuergürtel oder ring of fire) versteht man einen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt. Diese Linie reger Vulkantätigkeit umspannt nahezu die gesamte Pazifische Platte, an deren umlaufendem Rand durch Plattentektonik Subduktionsvorgänge initiiert werden und die Schwächezonen in der Lithosphäre (Fließzone der Kontinentalplatten) erzeugen, so dass der Aufstieg von flüssigem Magma begünstigt wird.

Pyroklastischer Strom: Ein pyroklastischer Strom ist eine Feststoff-Gas-Dispersion, die sich sehr schnell hangabwärts bewegt und in Begleitung explosiver vulkanischer Eruptionen auftreten kann. Man ihn auch Glutwolke.

Q

R

Rücken (geomorphologisch): Rücken (auch Schwellen genannt) im Sinne der Geomorphologie sind über oder unter dem Meeresspiegel verlaufende Erhebungen der Erdoberfläche; sie liegen also an der Oberfläche von Inseln und Festländern bzw. im Weltmeer.

S

(Förder-)Schlot: Der Schlot befindet sich im Krater eines Vulkans und steht in direkter Verbindung zur unterirdischen Magmakammer. Durch diesen Schlot wird das flüssige Magma an die Oberfläche befördert.

Supervulkan: Supervulkane sind die größten bekannten Vulkane, die im Gegensatz zu „normalen“ Vulkanen auf Grund der Größe ihrer Magmakammer bei Ausbrüchen keine Vulkankegel aufbauen, sondern riesige Calderen im Boden hinterlassen.

T

Tektonische Platte: Die Lithosphäre besteht aus sieben großen und mehreren kleinen Kontinentalplatten, die ständig in Bewegung sind. Treffen zwei oder mehrere Platten aufeinander kommt es entweder dazu, dass sich die Platten von einander entfernen (divergente Plattengrenzen), sich die eine unter die andere schiebt (konvergente Plattengrenzen) oder sie sich aneinander vorbei bewegen (konservative Plattengrenzen). Entlang dieser Grenzen sind die meisten vulkanischen Aktivitäten zu verzeichnen.

Terran: Ein Terran ist ein Krustenblock von regionaler Ausdehnung, der sich durch großtektonische Verschiebungen an einen anderen Kontinent angelagert hat, zu dem er einen unterschiedlichen geologischen Werdegang aufweist.

Transformverwerfung(-störung): Eine Transformstörung ist ein Begriff der Plattentektonik. Damit werden Störungen bzw. Verwerfungszonen bezeichnet, an denen sich die tektonischen Platten seitlich aneinander vorbei schieben. Die Bewegung selbst wird als Blattverschiebung bezeichnet.

Tremor (vulkanisch): Die Zerstörung von Gestein löst Erdbeben mit hoher Frequenz aus, die Bewegung der Risse dagegen führt zu niedrig frequenten Beben, dem so genannten vulkanischen Tremor.

Triple Junction: Als Triple Junction bezeichnet man in der Geologie einen Punkt, an dem die Grenzen dreier tektonischer Platten zusammentreffen.

U

V

Vulkanismus: Die als Vulkanismus bezeichneten Ereignisse beschreiben alle geologischen Vorgänge bei denen Magma aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche gelangt. Vulkanismus kommt häufig in Gebieten vor in denen Tektonische Platten aufeinandertreffen.

W

X

Y

Z