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Gletschersee am Vulkan
© Árni Friðriksson (GNU)
Der Eyjafjallajökull war im Jahr 2010 aufgrund seiner Aktivität in allen Medien. Jedoch gefährdete er nicht etwa akut mit seiner Aktivität Menschenleben – etwa 500 Menschen wurden dennoch vorsorglich evakuiert -, sondern legte mit seiner ausgestoßenen Aschewolke den Luftverkehr in weiten Teilen Europas lahm. Teilchen aus Vulkanasche können nach Expertenmeinung die Triebwerke und Sensoren von Flugzeugen beschädigen und Piloten die Sicht nehmen. So mussten tausende Passagiere an internationalen Flughäfen, wie Amsterdam, London, Oslo, München und Frankfurt am Main ausharren, bis die Starterlaubnis wieder erteilt wurde. Die Sicherheit in der heutigen Luftverkehrstechnik spielt eine wichtige Rolle, da Airlines ihren Ruf nicht durch fahrlässiges Handeln aufs Spiel setzen können. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit einer Aschewolke auf der Flugroute noch vor Abflug ermittelbar. So sind die Risiken, beispielsweise einer „Sandbestrahlung“ des Cockpits und dessen Fenster oder einer Verstopfung der Triebwerke durch Asche vermeidbar.

Durch die über mehrere Wochen erteilten Flugverbote kam es zu einem beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden. Nach den ersten sechs Tagen der Sperrung ab dem Tag des Ausbruchs, am 20. März 2010, sprach man bereits von dem größten und teuersten Verkehrschaos der Geschichte. Konzerne, wie Opel oder BMW mussten ihre Produktion einschränken, da Zulieferer nicht transportieren konnten.

Ausbruch des Eyjafjallajökull am 17. April 2010
© Andreas Tille (GNU)

Zur Entstehung

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander. Dieses Auseinanderdriften nennt man Konvektion, bei der auf den Ozeanboden eine divergente Kraft einwirkt, die ihn aufreißt. Dieser Riss wird durch nachfließendes Magma wieder geschlossen und der Vorgang beginnt von Neuem.
Der Vulkan unter dem Gletscher hat eine ungefähr 750.000 Jahre lange Eruptionsgeschichte vorzuweisen. Seit der ersten Ansiedlung auf der Insel ab 870 n. Chr. war er vor 2010 lediglich viermal aktiv und gehört daher nicht zu den aktivsten Vulkanen Islands.

Besonderheiten

Der gleichnamige Gletscher, der den Vulkan bedeckt hat eine etwa 78 km² große Eiskappe. Sie reicht von 1700 bis auf 1000 m ü. NN. Einige Talgletscher und Gletscherzungen sogar bis auf 150 m.

Fakten

Alter (circa) 750.000 Jahre
Höhe 1.666 m
Geographische Koordinaten
UTM-Koordinaten
63° 37' 36'' n. Br., 19° 36' 45'' w. L.
Zone 27V, E 568630, N 7056146
Lokalität Suðurland, Island
Art des Vulkans Schichtvulkan
Letzte Eruption 2010

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