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Montagne Pelée mit Ruinen von 1902
© Magnus Manske (GNU)
Die Montagne Pelée befindet sich auf der Insel Martinique, welche ein französisches Überseedépartement darstellt. Charakteristisch für den Vulkan ist sein dickflüssiges, zähfließendes Magma, das zur Pfropfenbildung neigt und die Schlote verschließen kann, was bei neuerlichen Eruptionen äußerst explosive Ausbrüche zur Folge hat. Der Ausbruch der Montagne Pelée vom 8. Mai 1902 gilt, gemessen an den Opferzahlen, als verheerendster Vulkanausbruch des 20. Jhr.. An diesem Tag wurde die Nordhälfte der Insel, welche als tropisches Idyll und Anbaugebiet für Zuckerrohr und Melasse galt, fast vollkommen zerstört. Auch die am Strand zum Karibischen Meer liegende (frühere) Inselhauptstadt Saint-Pierre wurde durch Glutwolken, einer Form der sogenannten Pyroklastischen Ströme, total vernichtet. Diese Glutwolken kamen mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 670 km/h auf die Stadt zugerast und überraschten die meisten Menschen, die gerade beim Gottesdienst, anlässlich des Himmelfahrtsdonnerstags in den Kirchen der Stadt waren. Tausende Rumfässer die am Hafen zum Abtransport bereitstanden, explodierten unter der großen Hitze der Glutwolken, welche eine Temperatur von etwa 1.000 °C aufweisten. Die Pyroklastischen Ströme waren durch nichts aufzuhalten. Sie suchten sich ihren Weg bis in die Stadt, von dort bis in den Hafen und gingen fließend ins Meer über, wo sie sich auch weiterhin ausbreiteten und das Wasser zum Kochen brachten. Die Opferzahlen in offiziellen Berichten schwankten aufgrund von Flüchtlingen und Feiertagsgästen zwischen 28.000 und 40.000 Menschen und sind deshalb so hoch, weil die Gefahr des Ausbruchs, nach fast 300-jähriger Ruhephase, nicht wirklich von der Regierung ernst genommen wurde.

Originalaufnahme von 1902
© Angelo Heilprin (GNU)

Zur Entstehung

Der Vulkan befindet sich an einer Schnittstelle der kontinentalen Südamerikanischen und Nordamerikanischen Platte sowie der überwiegend ozeanischen Karibischen Platte, also an einer so genannten Triple Junction und ist ein typischer Vertreter eines Inselbogenvulkans.

Ausschlaggebend für die Aktivitäten des Montagne Pelée ist die Subduktion der Südamerikanischen Platte, die sich mit bis zu 20 mm/Jahr unter die Karibische schiebt. Da die exakte Grenze zwischen Nord- und Südamerikanischer Platte im Atlantischen Ozean allerdings undefiniert ist, ist unklar, ob nicht vielleicht auch beide unter die kleinere Platte tauchen.

Besonderheiten

Die nachfolgenden Untersuchungen des Ausbruchs aus dem Jahr 1902 gelten als Beginn der modernen Vulkanologie.

Fakten

Alter (circa) 300.000 Jahre
Höhe 1.397 m
Geographische Koordinaten
UTM-Koordinaten
14° 48' 39'' n. Br., 61° 10' 02'' w. L.
Zone 20P, E 697239, N 1638210
Lokalität Martinique, Frankreich
Art des Vulkans Schichtvulkan
Letzte Eruption 1932

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