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Der Unzen während seiner Aktivität 1994
© United States Geological Survey (USGS)
Als Unzen versteht man einen Vulkankomplex, bestehend aus sieben Kratern, auf der Insel Kyūshū in Japan. Die südlichste der japanischen Inseln beherbergt etwa 10 % der Gesamtbevölkerung. Aufgrund der geringen Entfernung zu der Stadt Shimabara (6,7 km) wird der Unzen ständig überwacht. Er gilt als einer der am besten erforschten Vulkane der Welt. Über ihn zieht sich ein Netz aus Seismographen und an seinem Fuße befindet sich ein modernes Vulkanobservatorium. Er ist auch einer der Gefährlichsten, da sich um ihn herum ein dicht besiedelter Raum anschließt. Durch ein groß angelegtes System versuchte man Lava zu kanalisieren.

Bekannt wurde der Unzen hauptsächlich durch seine jüngste Aktivitätsphase von 1989 bis 1995, die eine 197-jährige Ruhephase beendete und in der er Tausende pyroklastischer Ströme produzierte, die das Landschaftsbild umgestalteten. Bei den Ausbrüchen kamen knapp 50 Personen ums Leben.
Im Jahr 2003 begann man mit einem bisher einmaligen Projekt, bei dem der Unzen bis zum Schlot angebohrt werden sollte. Das Experiment hatte die Aufgabe, Aufschluss über die Zusammensetzung des Magmas und seine Aufstiegswege zu bekommen. Nach mehr als 1.500 m Bohrtiefe erreichte man schließlich den Schlot und stellte erstaunt fest, dass die Temperatur im Inneren nur etwa 155 °C beträgt, was Wissenschaftler auf die starke Verästelung der Ausbruchskanäle und die damit schnellere Abkühlung zurückführten.

Luftbild von Unzen und Shimabara
© NASA

Zur Entstehung

Der Unzen entstand auf Grund tektonischer Aktivitäten dreier Lithosphärenplatten, die vor Japan zusammentreffen. Im Zusammenhang mit dem Vulkan ist vor allem die Subduktion der Philippinischen Platte relevant. Diese schwere ozeanische Platte taucht im südlichen Teil des Japangrabens unter die leichtere kontinentale Eurasische Platte. Der Keil oberhalb des Plattenknicks wird daraufhin infolge von Fluiden aufgeschmolzen, welche aus dem Krustenanteil dieser Platte in den Mantel entweichen. Das entstandene Magma besitzt eine geringere Dichte als das umgebende Mantelgestein und steigt auf Grund des Auftriebes vertikal auf. Es sucht sich einen Weg an die Erdoberfläche.

Besonderheiten

Bereits 1693 wurde das Gebiet um den Unzen durch den damaligen Feudalherr Tadafusa Matsudaira von Shimbara unter besonderen Schutz gestellt. Er verbot das Töten von Tieren und das Pflücken von wildwachsenden Azaleen.

Fakten

Alter (circa) 150.000 Jahre
Höhe 1.486 m
Geographische Koordinaten
UTM-Koordinaten
32° 45' 41'' n. Br., 130° 17' 15'' ö. L.
Zone 5Q, E 227755, N 2154888
Lokalität Kyūshū, Japan
Art des Vulkans Schichtvulkan
Letzte Eruption 1995

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