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Der Vesuv thront über Neapel
© Dirk Olbertz (GNU)
Der Vesuv (ital.:Vesuvio; lat.: Vesuvius) ist der, wenn auch zur Zeit der einzig-aktive, gefährlichste Vulkan des europäischen Festlands. Die Entfernung zur Stadt Neapel, die knapp eine Millionen Einwohner beherbergt, beträgt nur neun Kilometer. Das Beispiel Pompeji zeigt die möglichen Folgen einer großen Eruption. Am 24. August 79 n. Chr. kam es zur Katastrophe, bei der etwa 2.000 Menschen ihr Leben in den Städten Pompeji, Herculaneum, Oplontis und Stabiae ließen. Darunter auch viele Sklaven, die man in den Häusern angekettet hatte, um sie an der Flucht vor der Arbeit oder am Selbstmord zu hindern. Die Bevölkerung Pompejis hatte während des Ausbruchs kaum Möglichkeit zu entkommen, denn bei der ersten Eruption wurden tausende von Bimssteinen aus dem Schlot geschleudert, die Türen versperrten und durch ihr Gewicht teilweise Menschen direkt erschlugen. Durch pyroklastische Ströme, den heftigen Aschefall der Rauchsäule und das Herabfahren von Glutlawinen wurden die Bewohner der Städte einfach überrollt. Noch heute kann man die Überreste der Opfer besichtigen, die durch vulkanisches Material eingeschlossen und erhalten wurden. Dieses vulkanische Material verfestigte sich über die Jahrhunderte und wurde zu Tuffstein. Dieser Ausbruch hinterließ eine ca. 6 km im Durchmesser große Caldera, in der sich durch Aufschichten von Lava der neue Kegel des Vesuvs bildete. Seither ist der Ausdruck Pompeji mit Untergang und Katastrophe verbunden.

Auch in den darauffolgenden Jahrhunderten blieb der Vesuv aktiv, bis sich im Frühjahr 1944 der letzte Ausbruch ereignete und der Vulkan eine Ruhephase einnahm. Dennoch ist er überfällig, da das Intervall der Ausbrüche von 50 Jahren schon überschritten ist.

Bereits im Jahre 1841 wurde die erste vulkanologische Beobachtungsstation (weltweit) an der Südseite des Vulkans erbaut und überwacht noch heute die Aktivität des Vesuvs mit modernsten Mitteln.

Im Schlaf verschüttete Opfer von Pompeji
© Sören Bleikertz (GNU)

Zur Entstehung

Für die Entstehung des Vesuvs ist die Subduktionszone unterhalb des Vulkans verantwortlich. Hier stoßen die afrikanische und die eurasische Platte zusammen und bekommen Risse, welche das Aufströmen von Magma begünstigen. Bereits seit etwa 12.000 bis 17.000 Jahren ist der Vulkan aktiv und erst seit dem Ausbruch von 79 n. Chr. sprechen Experten von dem Vesuv als Eruptionsphase, da verheerende plinianische Eruptionen im Laufe der Geschichte den Kegel mehrfach umformten.

Besonderheiten

Der Vesuv ist der einzige noch aktive Vulkan auf dem europäischen Festland und gilt aufgrund seiner geringen Distanz zu Neapel als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Bei einer großen Eruption wären weite Teile Südosteuropas durch die in die Atmosphäre aufsteigende Staubwolke betroffen.

Fakten

Alter (circa) 15.000 Jahre
Höhe 1.281 m
Geographische Koordinaten
UTM-Koordinaten
40° 49' 20'' n. Br., 14° 25' 31'' ö. L.
Zone 33T, E 451530, N 4519194
Lokalität Golf von Neapel, Italien
Art des Vulkans Somma-Vulkan
Letzte Eruption 18. - 29. März 1944

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